Suchmaschinen


Eine Grundsatzentscheidung: Schwarze oder Weiße Magie?

Wenn wir einmal davon ausgehen, dass Ihre Ressourcen begrenzt sind, müssen sie sich relativ früh entscheiden, ob Sie sich im Umgang mit Suchmaschinen auf Schwarze oder Weiße Magie verlegen wollen. Für beide Varianten ist es allerdings notwendig die Arbeitsweise von Suchmaschinen in ihren Grundzügen zu verstehen.

Als Schwarze Magie bezeichne ich Techniken, die versuchen einer Suchmaschine eine höhere Qualität von Inhalten vorzugaukeln. Weiße Magie ist dagegen der Versuch, die vorhandenen Inhalte möglichst gut anzubieten. Schwarze Magie konzentriert sich auf Automatismen, Technik und Programme, weiße Magie auf die Inhalte, ihre Struktur und ihren Umfang. Im Englischen wird für die Unterscheidung übrigens nicht die Magie, sondern der Hut herbeigezogen und von »black hat« und »white hat« gesprochen.

Beide Wege können durchaus erfolgreich sein. Suchmaschinen tendieren dazu den Weg der weißen Magie zu bevorzugen, ihr Ziel ist es ja am Ende einem Menschen ein Suchergebnis anzubieten, dass dem gesuchten Inhalte möglichst nahe kommt. Die Hauptstrategie der Schwarzen Magie ist daher den Suchmaschinen zu suggerieren, sie sei weiße Magie. Es ist ein permanenter Kampf zwischen Programmierern, ähnliche der Auseinandersetzung zwischen Viren-Produzenten und Viren-Bekämpfern.

Kernbestand der Weißen Magie ist die Konzentration auf die Inhalte, der dazu passende Slogan ist und war: »Content is King – Der Inhalt ist König«, ich ergänze diesen Slogan immer noch um den Satz

»Google belohnt menschlichen Fleiß«.

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Einführung: Was sehen Google und Bing?

Für eine Suchmaschine besteht eine Website aus

  • einer Anzahl von Einzeldateien (im Wesentlichen Text- und Bilddateien),
  • einer Ordnungs- oder Verzeichnisstruktur (wo liegt was) und
  • Verweisen zwischen einzelnen Dateien.

Für die Bewertung der Qualität der Inhalte durch die Suchmaschinen ist es daher zuerst wichtig, dass diese technisch zugänglich und sinnvoll strukturiert miteinander verwoben werden. Zur nachhaltigen Verbesserung der Suchmaschinenpositionierung gibt es keinen Königsweg, sondern nur eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen die miteinander kombiniert werden können.

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Handwerklicher Umgang mit der HTML-Struktur

Die Suchmaschine liest das komplette HTML der Website, im HTML eingeschlossen ist der eigentliche Textinhalt. SEs versuchen Textinhalte zu erfassen und die darin enthaltenen Informationen in einen Sinnzusammenhang zu bringen und sie anschließend zu gewichten. Eine Website kann diesen Prozess vereinfachen oder erschweren. Der einfache Zugang zum Inhalt erfolgt über eine saubere und fehlerfreie Umsetzung der Auszeichnung. SEs sind durchaus fehlertolerant, es ist jedoch festzustellen, dass eine sehr saubere Struktur belohnt wird.

Als Erstes gilt es daher die Seiten auf der rein handwerklichen Ebene möglichst optimal zu »coden«. Das ausgelieferte HTML sollte möglichst weitgehend den Standards entsprechen. Nicht jeder Fehler verhindert die Zugänglichkeit für die SEs, das Ausliefern fehlerarmen HMTL-Codes ist aber einer von vielen Qualitätsaspekten. Das fehlerarmer Code auch die Wartung und Pflege, sowie die Übernahme des Codes durch Dritte erleichtert sollte eine zusätzliche Motivation sein. Bei der Überprüfung des ausgelieferten HTML-Codes hilft der Validator des WWW-Konsortiums: http://validator.w3.org/

»Semantische« Textstruktur mit Überschriften, Absätzen und Listen

Texte jeder Länge sollten sauber strukturiert sein, die HTML-Struktur sollte die Inhalte des Textes abbilden. Überschriften von H1 bis H6, Absätze P, Listen UL und OL, Zitate CITE, Betonungen EM usw. Überschriften sollten sich auf dei Inhalte der darauffolgenden Sätze beziehen und diese zusammenfassen. Damit tun Sie übrigens nicht nur der Suchmaschinen einen Gefallen, sondern auch dem schnellen Leser, der in einer Textwüste wie dieser den für ihn wichtigen Absatz sucht.

Auch wenn ein Ursprungstext, der normalerweise an anderer Stelle zum Einsatz kommt auf der Website »recycelt« werden soll ein Text mit nur wenigen Überschriften war, sollte er für das Web überarbeitet werden und mit Zwischenüberschriften ergänzt werden.

Weitere Strukturmerkmale

Bilder und Graphiken

Die Inhalte von Bildern und Graphiken sind Suchmaschinen weitgehend unzugänglich. Es ist zwar möglich, so wie es Facebook bereits praktiziert, Gesichtserkennung zu betreiben, nur ob Peter, Paul und Mary die am Tisch sitzen gerade zum Vorstand des FC Hinterdupf gwählt wurden oder zu einer dreijähriger Haftstrafe wegen Trickbetrugs verurteilt wurden, teilen wir der Suchmaschine besser mit.

Grundsätzlich sollten Bilder und Graphiken also mit einem ALT-Attribut versehen werden. Der dort hinterlegte Text sollte eine Bildbeschreibung darstellen: »Von links: Peter, Paul und Mary im Gasthaus »Zum Schützen« in Vorderdupf nach der Wahl zum Vorstand des FC Hinterdupf«. Für Portraits sind beispielweise Vor- und Nachnamen samt Titel eine geeignete Wahl, Maschinen und Geräte sind mit Typenbezeichnung und einer technische Bezeichnung meist gut beschrieben, Produkte benötigen den Produktnamen und eine Kurzbeschreibung in wenigen Worten.

Wichtig sind die ALT-Texte auch für den Fall, dass die Bilder und Graphiken aus irgendeinem Grund nicht geladen werden. Dann wird stattdessen eben diese Kurzbeschreibung eingeblendet. Dies ist regelmäßig bei Newslettern der Fall, aber auch unter Umständen bei Verbindungen mit Mobilfunk.

Links

Links sollten mit dem Title-Attribut versehen werden, dass das Ziel des Links beschreibt, Textlinks sollten immer sprechend sein, »Mehr dazu«, »Weiterlesen«, »Hier klicken« sind eher ungeeignet.

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Dokumentbeschreibung und Meta-Informationen

Jede Seite kann mit individuellen Metadaten versehen werden. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um das TITLE-Tag, das META-Tag DESCRIPTION und das META-Tag KEYWORDS. Auch wenn es sehr viel Mühe bereitet diese drei Tags zu individualisieren, so ist dies meiner Erfahrung nach eine Grundvoraussetzung dafür, dass Seiten eine gute bis hohe Relevanz bei den Suchmaschinen erhalten.

Der Zusammenhang ist aus meiner Sicht folgender: Es ist vergleichsweise aufwendig und kompliziert dies automatisiert oder redaktionell umzusetzen, was im Umkehrschluss heißt, dass die Seiten bei denen dies umgesetzt wird entweder individuell programmiert oder redaktionell betreut sind, ab einer gewissen Größe der Website wird eine Mischform vorherrschen (beispielsweise: Automatisiert mit redaktioneller Nacharbeit).

Auf jeden Fall handelt es sich um Seiten bei denen der Urheber ein hohes Interesse daran hat die Inhalte sinnvoll darzubieten und der Schluss der Suchmaschinen, dass es sich daher um »relevante« Inhalte handelt ist nun sicher kein ganz verkehrter.

TITLE-Tag

Dem TITLE-Tag kommt eine doppelte Bedeutung zu. Einmal dient es dazu der Suchmaschine anzuzeigen, welche Inhalte auf der Seite enthalten sind. Es ist daher von sehr großer Bedeutung, dass das TITLE-Tag Begriffe enthält, die in der Seite wiederholt werden. Damit wird auch deutlich, warum ich tendenziell für das Aufteilen großer Seiten auf mehrere Einzelseiten plädiere. So ist es möglich für ein spezielles und eng begrenztes Themengebiet innerhalb der Website spezifische Inhalte für das TITLE-Tag zu erstellen.

Der Inhalt des TITLE-Tags wird als Seitentitel bei der Ausgabe von Suchergebnissen ausgegeben. Dass ein sinnvoller und aussagekräftiger Seitentitel die Klickrate erhöht ist leicht nachvollziehbar.

Zuletzt ist zu beachten, dass der Inhalt des TITLE-Tags nicht zu lang sein sollte (10 bis 25 Worte) und die besonders wichtigen Stichworte möglichst weit nach vorne gerückt werden. Es muss unbedingt vermieden werden, dass das TITLE-Tag mit einer Menge von Stichworten gefüllt wird. Einen ganzen, vollständigen Satz zu bilden ist wichtig.

Diese Seite als Beispiel

Als Beispiel soll diese Seite dienen, das TITLE-Tag lautet: »Über die Funktionsweise von Suchmaschinen und die Grundlagen von HTML | Thomas Borghoff, Websites und Marketing«

Das ist jetzt ziemlich sicher nicht die optimalste oder originellste Variante, aber als Startpunkt einer weitere Optimierung sicher schon einmal ganz ordentlich.

META-Tag DESCRIPTION

Dem META-Tag DESCRIPTION kommt in erster Linie die Funktion der Inhaltsbeschreibung zu. Dies ist weniger für das Ranking in der Suchmaschine wichtig als vielmehr für die Anzeige der Seite in der Ergebnisliste einer Suchanfrage, bei denen der Inhalte der DESCRIPTION sowohl bei Google und Bing die Zeilen 2 und 3 des Listeneintrages bildet. Daher sollte die DESCRIPTION ebenfalls individualisiert die Art des Inhaltes beschreiben, beispielsweise: Kurze Einführung in das Thema XY, Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte des Themas XY, Der spezielle Aspekt XY des Themas Z unter Berücksichtigung des Sachverhaltes AB.

Es wird deutlich, dass hier die zentralen Stichworte wieder aufgeführt werden, eine gewisse Varianz der Texte ist dabei wichtig, es sollten nicht alle Seiten mit Sätzen der gleichen Struktur versehen werden. Es sind ebenfalls ganze Sätze zu bilden. Es kann an dieser Stelle auch von der Ein- in die Mehrzahl gewechselt werden und umgekehrt.

Als Seitenbeschreibung habe ich gewählt
»Eine Zusammenfassung der wichtigsten Maßnahmen zur dauerhaft erfolgreichen Plazierung einer Website oder Homepage in Google und Bing«

META-Tag KEYWORDS

Dem META-Tag KEYWORDS kommt aktuell keine, kaum eine oder nur eine geringe Bedeutung zu. Trotzdem sollte es feinsäuberlich mit den wichtigen Nomen und Adjektiven des Textes gefüllt werden (ca. 10 bis 30). Dies einfach aus dem Grund, weil es viele es machen und es nicht zu tun fahrlässig wäre für den Fall, dass die SEs ihre Strategie ändern.

Für diese Seite wäre ein passender Inhalt beispielsweise:
»Suchmaschine, SEO, Dokumentbeschreibung, Meta-Informationen, Metadaten, TITLE-Tag, META-Tag, DESCRIPTION, KEYWORDS, individualisieren, Relevanz, programmiert, redaktionell, Website, Urheber, relevante, Inhalte, Seitentitel, Suchergebnis, Klickrate, Stichworte, Funktionsweise, Thomas Borghoff, Marketing, Seitenbeschreibung, Plazierung, Optimierung, Inhaltsbeschreibung, Ranking, Ergebnisliste, Varianz, Nomen, Adjektiv«.

Im Moment werden Sie hier keine Keywords finden: »Des Schusters Kinder haben die schlechtesten Schuhe«

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Dateipfade und Informationsstrukur

Informationsstruktur

Im Versuch alle Inhalte einer Website möglichst weit oben in der Hierarchie zu positionieren (Stichwort: Alles ist wichtig) wird häufig völlig auf eine Struktur verzichtet. Dies ist meiner Einschätzung nach nicht hilfreich, da ja auch die Struktur der Information bereits einen Informationswert besitzt.

URL: Der Weg zur Einzelseite

Die URL (Uniform Resource Locator) einer Datei stellt einen wichtigen Aspekt bei der Bereitstellung von Inhalten dar. Sie besteht vereinfacht aus

  • dem Protokollteil (http://),
  • der Domain (www.irgendwas.de),
  • dem Verzeichnispfad (/irgendwo/),
  • dem Dateinamen (soundso.html oder soundso.php) und
  • und weiteren Anhängen (z.B. #hierher oder ?subject=456).

Die URLs einer Website sollten im Idealfall die Struktur der Inhalte einer Website abbilden. In einem solchen Fall kann ich bereits anhand der URL einer Website auf die Inhalte und deren inneren Zusammenhang schließen. SEs tun dies. Menschen im Übrigen auch.

Informationsstrukturen in Dateipfaden abbilden

Ich empfehle üblicherweise die Dateipfade, ausgehend von einer einheitlichen Domain, in zwei Stufen sprechend zu gestalten, also beispielsweise:

http://www.borghoff.de/rund-um-websites/

http://www.borghoff.de/rund-um-websites/suchmaschinen

http://www.borghoff.de/rund-um-websites/suchmaschinen/hilfreiche-verzeichnisstrukturen

Das scheint auf den ersten Blick ein bischen sperrig und lang zu sein, ist aber tatsächlich eine sinnvolle Struktur. Ganz wichtig ist dabei, dass die URL einheitlich aus Kleinbuchstaben besteht: Keine Umlaute, keine Leerzeichen, keine à oder á, keine Punkte, keine Sonderzeichen usw. Diese Zeichen sind zwar erlaubt, meine Erfahrung zeigt mir, dass es sehr, sehr sinnvoll ist sie zu vermeiden und auch nicht zu viel Angst vor langen URLs zu haben, zumindest nicht, wenn der Großteil der Seiten relativ kurze URLs hat. Hier kommt es auf eine angemessene Mischung an.

Index in der URL

Eine Verwendung von Datei-Indexen, Datenbank-IDs oder ähnlichen nicht sprechenden Bestandteilen einer URL würde ich nach Möglichkeit versuchen zu vermeiden. Sie sind für die Suchmaschinen nicht schädlich, wohl aber für die Leser der Suchergebnisse, die sich eher überzeugen lassen eine sprechende URL anzuklicken, die in etwa den Inhalt der Seite bereits »erzählt«:

http://www.borghoff.de/webdesign/referenzen-websites/kleine-feine-websites

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