Stichworte | Thomas Borghoff Web Engineering

Theme

Grundfunktionen

Prinzipiell ist ein »Theme« die Oberfläche einer Software (oder einer Website), welche ausgetauscht werden kann, ohne an den Inhalten etwas zu ändern. Um es an einem ganz einfachen Beispiel deutlich zu machen: Wechseln Sie vom Theme »Rot« zum Theme »Blau«, erhalten Sie eine Website, die eben nicht mehr rot, sondern blau ist.

In vielen Programmen verändern Themes die Funktion der Software oder Website somit tatsächlich in keiner Weise. Speziell bei Websites können Themes häufig aber noch weitaus mehr: Sie enthalten Funktionserweiterungen, mit der die Grundsoftware, beispielsweise WordPress, »aufgebohrt« werden kann.

Themes von der Stange

Nahezu jede Software liefert ein »Standard-Theme« mit. Dieses setzt meist alle Funktionen der Grundausstattung um. Daneben können auch Themes von der Stange gekauft werden, die Preise liegen meist im zweistelligen Euro-Bereich. Diese Themes erweitern die Funktionen teilweise erheblich und sind in aller Regel auf einen möglichst breiten Einsatz angelegt, damit sie auch möglichst oft gekauft werden.

Eine große Funktionsbreite bringt jedoch auch Nachteile mit sich: Ein in diesen Themes enthaltener und nicht unerheblicher technischer »Wasserkopf« macht diese alles andere als schnell und schlank, vor allem in der Bedienung. Sie umfassen zudem oft eine Reihe von »Plugins«, wobei jedes für sich selbst genommen schon einen beachtlichen Umfang hat.

All dies müsste Sie nicht groß interessieren – es interessiert Sie bei Word oder Excel wahrscheinlich auch kaum, dass Sie vielleicht 95 bis 99% des Funktionsumfanges weder kennen noch verwenden – doch »verstopfen« die vielen angebotenen Optionen gleichzeitig den Weg zu eben jenen Funktionen, die Sie häufig nutzen. Zudem ist der Pflegeunterhalt dieser Themes nicht unerheblich und die gegenseitigen Abhängigkeiten von Hauptprogramm, Plugins und Themes im Rahmen von Updatezyklen sind vielfältig.

Ein weiterer Nachteil von Themes mit großem Funktionsumfang ist, dass die vielen Optionen oft nur schwer an die Bedürfnisse des Kunden anpassbar sind. Dies gilt sowohl für das Aussehen der Website als auch für technische Funktionen. Solche Themes anzupassen oder gar erweitern zu wollen ist dabei meist ebenso keine gute Idee.

Custom Themes als Ausweg

Ein Ausweg aus dieser Problematik können »Custom Themes« sein, also individuelle Themes, worüber genau jene Funktionen genau so umgesetzt werden, wie Sie sie benötigen. Auch die Ausgabe der Inhalte kann genau so geschehen, wie dies festgelegt wurde. Ein weiterer Vorteil ist, dass deren Bedienung in aller Regel wesentlich einfacher ist und einen deutlich geringeren Einarbeitungsaufwand benötigt. Erfahrungsgemäß ist der Unterhalt eines solchen Themes praktisch unerheblich. Mehr als ein gelegentliches Update des Grundsystems wie auch der Handvoll eingesetzten Plugins ist nicht nötig.